Mecklenburg-Vorpommern

Am 4. September 2011 wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Tabelle 11 zeigt Basisinformationen zu den von uns untersuchten Parteiwebseiten. Wir untersuchten die Webseiten der vor dem 4. September im Landtag vertretenen Parteien (SPD, CDU, Die Linke, FDP und NPD) sowie die Seiten von Bündnis 90/Die Grünen und der Piratenpartei.

Wie Tabelle 11 zu entnehmen ist, besitzen die Webseiten der Parteien aus Mecklenburg-Vorpommern einen deutlich niedrigeren Googlerank als die Parteien im Bund und in Berlin. Außerdem wird eine große Differenz in der Zahl der indizierten Seiten und Backlinks erkennbar.

Auch auf dem Searchmetrics Performance-Index erzielen die Webseiten politischer Parteien in Mecklenburg-Vorpommern in der Regel ein schlechteres Ergebnis als die Seiten politischer Parteien im Bund und in Berlin. Allerdings erscheinen die Unterschiede zu den Seiten der Hauptstadtparteien vernachlässigbar, wenn man bedenkt, wie schlecht selbst die erfolgreichsten landespolitischen Webseiten im Vergleich zu Wikipedia oder Spiegel.de abschneiden.

Auch wenn man politische Suchbegriffe verwendet, ergeben sich für die Parteien aus Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Muster wie bei den Seiten der Bundes- und der Berliner Parteien. Die Webseiten der Parteien erscheinen bei der Suche nach politischen Themen nicht unter den ersten 100 Suchtreffern. In der Regel stößt man nur bei der Suche nach den Namen der politischen Parteien oder ihrer Spitzenkandidaten auf Webseiten der Parteien aus Mecklenburg-Vorpommern.

Aber selbst bei dieser sehr spezifischen Suche würde man die meisten Parteien erst auf Googles zweiter Ergebnisseite finden. Andere Schlüsselworte, bei denen die Parteien zumindest auf den hinteren Suchergebnisseiten auftauchen, sind Kombinationen aus dem Landesnamen und „wahl“ oder „landtagswahl“. Das sind interessante Begriffe, da sie wahrscheinlich von parteilich ungebundenen Suchenden verwendet werden, um sich im Netz über den bevorstehenden Wahltermin zu informieren.

Die unvorteilhafte Positionierung der Parteiwebseiten aus Mecklenburg-Vorpommern bei diesen Suchanfragen macht es jedoch unwahrscheinlich, dass ihre Webseiten von diesen Nutzern wahrgenommen werden.

Verwendet man nicht politische Suchbegriffe, sondern die 25 Millionen in Deutschland am häufigsten genutzten Suchbegriffe, sind die Parteien aus Mecklenburg-Vorpommern nur selten auf den ersten Ergebnisseiten sichtbar. Nur wenn man nach Parteinamen in Kombinationen mit dem Landesnamen, den Namen der Kandidaten und speziellen politischen Themen sucht, findet man die Seiten der Parteien aus Mecklenburg-Vorpommern unter den ersten 30 Google-Ergebnissen.

Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass Parteiwebseiten aus Mecklenburg-Vorpommern kurz vor dem Wahltermin im September 2011 für politisch interessierte Suchende quasi unsichtbar waren. Einzige Ausnahme waren Anfragen, die direkt nach Parteinamen oder Kandidatennamen suchten. Den Parteien aus Mecklenburg-Vorpommern gelingt es also nicht, ihre Informationsangebote so im Internet zu positionieren, dass auch nicht direkt an der jeweiligen Partei oder deren Spitzenpersonal interessierte Nutzer auf sie aufmerksam werden können.