Überblick

Webseiten sind für politische Parteien die Online-Werkzeuge mit der größten potentiellen Reichweite. Anders als zum Beispiel bei Seiten sozialer Netzwerke oder Smart-Phone Apps sind Inhalte auf politischen Webseiten für jeden interessierten Nutzer mit Internetanschluss und Webbrowser zugänglich, unabhängig davon, ob er in einem sozialen Netzwerk ein Profil besitzt oder mit einem besonderen Telefonmodell im Internet surft.

Damit Parteien aber mit ihren Webseiten interessierten Nutzern auffallen können, müssen sie an prominenter Stelle in den Ergebnislisten von Suchmaschinen aufgeführt werden.

Der vorliegende Report untersucht, wie Parteiseiten von der Suchmaschine Google bewertet werden und zu welchen Suchbegriffen Parteiwebseiten an prominenter Stelle in den Google Ergebnislisten angezeigt werden. Im Einzelnen untersuchen wir die Webseiten von Parteien im Bund sowie von Parteien in BerlinMecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Die Webseiten der Bundesparteien sind prominent in den Google Ergebnislisten zu Anfragen nach Parteinamen und Spitzenpolitikern platziert. Wird nach tagesaktuellen oder allgemein politischen Begriffen gesucht, erscheinen die Webseiten der Bundesparteien nur vereinzelt und unsystematisch in den Ergebnislisten. Einzige Ausnahme ist die Piratenpartei.
Die Webseiten der Landesverbände von Parteien erscheinen nur prominent in Ergebnislisten, wenn gezielt nach Parteinamen und Kandidaten gesucht wird. Bei Suchanfragen zu tagesaktuellen und allgemein politischen Begriffen bleiben die Webseiten der hier untersuchten Landesverbände überwiegend unsichtbar.
Gründe für die geringe Sichtbarkeit der Parteiwebseiten sind unter anderem die für Suchmaschinen schwer verständliche Codierung der Seiten, ein vor allem auf eine ansprechende Optik bedachtes Seitendesign sowie die mangelnde redaktionelle Betreuung der auf den Seiten angebotenen Inhalte

Diese Ergebnisse zeigen, dass die Webseiten fast aller deutschen Parteien, sieht man von direkten Besuchen oder gezielten Suchanfragen ab, in den Google-Ergebnissen zu politischen Suchanfragen weitgehend unsichtbar sind. Wer also nicht von vorne herein an den Informationen einer bestimmten Partei interessiert ist, wird nicht auf ihre Angebote im Netz stoßen. Dies deutet darauf hin, dass die meisten deutschen Parteien ihre Webseiten nicht gezielt nutzen, um parteilich ungebundene, aber an politischen Themen interessierte Wähler anzusprechen. Damit verschenken deutsche Parteien ein beträchtliches Potential ihrer Internetauftritte.